Unterricht zum Be-greifen

 

Projekt Steinzeit (2004)

Für die Klassen 5c und 5d wurde das Thema „Steinzeit” zu einer besonderen Unterrichtseinheit. Zwar wird die Steinzeit eigentlich in Welt- und Umweltkunde (WUK)* behandelt, doch diesmal „spielten“ auch die Fachbereiche Deutsch, Kunst und Werken mit, denn neben dem üblichen Lesen und Bearbeiten von Buchseiten und Arbeits- blättern sollte auch der Spaß am Umgang mit Geschichte, das Lernen von Hand zu Kopf, nicht zu kurz kommen.

Im Deutschunterricht wurden einige Kapi-    tel aus H. Baumanns „Die Höhlen der großen Jäger“ gelesen: Das spannende Jugendbuch handelt u.a. von der Ent- deckung der Höhle von Lascaux in Frank- reich mit ihren vielen großartigen eiszeit- lichen Zeichnungen. Viele dieser beein- druckenden Malereien wurden in einer kleinen Buchausstellung gezeigt, dazu gab es einen interessanten und lehrreichen Video-Ausschnitt zu sehen.

Im anschließenden Kunstunterricht ging es „handwerklich“ zur Sache: Die Schüler  und Schülerinnen fertigten auf Packpapier mit Kohlestiften eigene „Höhlenmalereien“ an. Dann wurden die mühsam erstellten Zeichnungen zerknüllt. Das hatte den fol- genden Effekt: Die Bilder wirkten nach dem Auseinanderziehen und Fixieren mit Spray viel plastischer, fast wie in einer unebenen wirklichen Höhle.

Zusätzlich gab es Infos von einem Film, in dem das Leben der Neandertaler nachgestellt worden war. Und wieder wurde mit den Händen gearbeitet: Im WUK- und Werkunterricht wurden aus Karton Steinzeitmenschen und -tiere gebastelt und bemalt. Mit Hilfe von Naturmaterialien entstanden kleine Steinzeitlandschaften. Mit viel Fleiß und Mühe und großem Geschick kamen tolle Ergebnisse zu Stande, die zeigten, dass es den Kindern Spaß gemacht hatte.
Höhepunkt des Projekts war zum Ab- schluss eine Fahrt nach Hannover zum Landesmuseum. Dort gab es eine in- teressante Führung mit Schwerpunkt Jungsteinzeit und Übergang zur Bron- zezeit. Am Ende des Vormittags durfte getöpfert werden. Alle sollten aus Ton eine Schale oder einen kleinen Becher formen und verzieren (gar nicht so einfach, wie wir erfuhren, denn einige musten ihr Werk zwei- oder dreimal beginnen, bis sie zufrieden waren).

Das war eine tolle Stunde, vor allem, als wir die fertigen Produkte sahen, die dann noch gebrannt wurden.

Die Ergebnisse der Arbeiten wurden im Pavillon im Vorflur der beiden Klassen ausgestellt und konnten so von vielen Kindern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern bestaunt und gelobt werden.


 

Projekt Ägypten (2004)

Entsprechend dem Projekt „Steinzeit“ wurde in den Klassen 6c und 6d im WUK-Unterricht* das Thema „Ägypten“ bearbeitet. Wieder beteiligten sich die Fachbereiche Deutsch, Religion, Kunst, Werken und sogar Textil und Mathematik.

Der Einstieg in das Thema erfolgte mit einem neuen Video-Film, der das Auffinden des Grabes von Tut-ench-Amun darstellte und vermutlich das Rätsel um dessen Tod löste: Er wurde wahrscheinlich im Auftrag seines Nachfolgers ermordet, wie amerikanische Ägyptologen und Kriminologen herausfanden.









   Ein Mumiensarg wird gebastelt











Die Buchseiten und Lehrererzählungen rundeten das Geheimnis um Tut-ench-Amun ab und schließlich wurde eine Kopie der Totenmaske kunstvoll ausgemalt.

Verschiedene Bereiche der Geschichte des „Alten Ägypten“ wurden erklärt, z.B. der Zusammenschluss von Ober- und Unterägypten etwa 3000 v. Chr. – dazu gehört die Doppelkrone, die aus Karton nachgebastelt wurde.

Nach einer Kopiervorlage wurde ein Mumiensarg ausgeschnitten, bemalt und geklebt. Schwieriger war der Nachbau von größeren Pyramiden aus Lego-Steinen: Sie brachen zusammen, weil sie nicht „gefüllt“ waren. Dank Mathematik gelang der maßstabgerechte Nachbau der großen Pyramiden von Gizeh.

Dann folgte das Schreiben: Hieroglyphen. Auf Papier ging es noch ganz leicht zu malen und zu schreiben, aber
Gips-Kartuschen im Werkunterricht selbst herzustellen, Schriftzeichen einzuritzen und alles zu bemalen erforderte schon große Geschicklichkeit und Geduld. Die Schülerinnen und Schüler hatten aber auch dabei viel Spaß und die angefertigten Stücke sprechen für sich. Die Ergebnisse des Projekts wurden natürlich wieder in einer Ausstellung
präsentiert (diesmal im Pavillion-Bereich in einer neuen Vitrine) – ergänzt durch Fotos, Buchseiten, Schmuckstücke und Papyrus.

Abschluss der Einheit war der Besuch des Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museums. Eine Führung durch die ägyptologische Ausstellung vertiefte und veranschaulichte das erlernte Wissen und machte Ägypten begreifbar.

(Peter Goertz)

* Ab dem Schuljahr 2004/2005 GSW