Umgestaltung des  Außengeländes

Seit 2013 werden die Außenflächen der St.- Augustinusschule  (Seite zum BK) verändert. Ziel ist eine möglichst naturnahe Gestaltung, die Naturbeobachtungen ermöglicht, Interesse wecken und Anregungen geben soll, sich für Umwelt- und Naturschutz zu engagieren.

1. Lernstation Naturschutz

Die Lernstation Naturschutz ist am Umwelttag 2013 erstellt worden.  Sie zeigt, wie man auf vielfältige Weise für die  einheimische Tierwelt  Nist- und Überwinterungshilfen,  Unterschlupfmöglichkeiten und Kleinlebensräume erstellen  kann.

 

 

 

 

 

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Durch Zuordnen von Bildkarten zu den Objekten an der Wand erhält man u.a.  Informationen zu den Themen Stand- und Zugvögel, Nischen- oder Höhlenbrüter,  nützliche und „schädliche“ Insekten etc. Ein in der Bio-AG gebautes Igelschlaf- haus, ein Fledermausquartier sowie  Totholz- und Steinhaufen  sollen  Schülern und Passanten Möglichkeiten aufzeigen,  wie man z.B. im eigenen Garten mit einfachen Mitteln Natur- und Artenschutz umsetzen kann. Ein außen am Metallzaun angebrachtes Schild erläutert diese Station.

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Ein 3-Sterne Überwinterungsquartier mit  separatem  Eingang
 

2. Insektenhotel

Am Umwelttag 2013 wurde ein Insektenhotel umgesetzt und befüllt,  dessen Rohbau ungenutzt  vor den Pavillonräu- men stand. Es bietet vielen Wildbienenarten Lebensraum und Unterschlupf.

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Wildbienen, von denen es in Deutschland mehrere Hundert  Arten gibt, leben solitär. Sie bilden also keinen Staat wie die Honigbiene, sondern leben allein (Solitärbienen). Sie sind wichtige Blütenbestäuber und völlig harmlos - stechen also nicht!  Viele Arten  sind in ihrem Bestand bedroht. In den Pflanzenstängeln  und in den Löchern der Holz- stämme legen Wildbienen Brutkammern an, in die sie jeweils nacheinander Eier  und Pollen zur Ernährung der Larven  einbringen. Die Brutröhren werden dann arttypisch  mit kleinen Sandkörnchen, Pflanzenteilen oder Lehm verschlossen.

Auch für Florfliegen, Ohrwürmer, Spinnen und andere Kleinlebewesen bietet das 2014 fertiggestellte Hotel Unterschlupf.

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Die Florfliege ist ein wichtiger Blattlausvernichter

Auf zwei  jeweils  etwa  50 m² großen Flächen vor diesem Bereich wurden  2013 und  2014 von Schülerinnen und Schülern an den Umwelttagen, im WPK–Biologie und in der AG „Natur erleben“ Saatmischungen ausgebracht. Solche naturnahen  Blumenwiesen , in denen auch Wildpflanzen wie Disteln und Löwenzahn willkommen sind und toleriert werden, dienen den Wildbienen  als Nahrungsgrundlage und Larvenfutter. Schon nach wenigen Tagen konnten erste Mauerbienen als Bewohner unseres Hotels festgestellt werden. Ein solches Insektenhotel erlaubt gezielte biologische Beobachtungen, ermöglicht das Erkennen biologischer Zusammenhänge  und führt u.a. zu einer besseren Artenkenntnis.

3. Lebensraum  „Wasser“  - Teich, Sumpf und Moor

Im vorderen Bereich der Fläche entsteht  ein  „Wasserbereich“ mit den Lebensräumen Teich, Sumpf und Moor. Dazu erledigte der WPK Biologie im Schuljahr 2013/2014 umfangreiche Vorarbeiten. So mussten etwa 120 Betonpflanz- ringe ausgegraben und entsorgt werden, um zwei  vormals als Fischteiche genutzte Fertigbecken umsetzen und an anderer Stelle ebenerdig einbauen zu können. Sie sollen weitgehend  vegetationsfrei bleiben. Vielleicht wird sich in diesen Kleingewässern auch der Teichmolch einstellen.

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Am Umwelttag 2014 wurden um diese beiden Teiche herum 7 Mörtelkübel in die Erde eingelassen, die  als Lebens- raum für Sumpfpflanzen dienen. In diesen Kästen wachsen bereits Sumpfschwertlilie,  Froschlöffel,  Sumpfhahnen- fuß,  Fieberklee und weitere Arten.

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Zwei große 90-Liter Kübel bieten besonderen  Moorpflanzen wie Wollgräsern  und dem fleischfressenden Sonnentau einen Lebensraum. Um solche Pflanzen dauerhaft kultivieren zu können, wurde nach dem Einbau der  Kübel im Erdreich der Kübelboden mit umgedrehten leeren Blumentöpfen ausgekleidet. Dadurch erhält man ein Wasserreservoir, das auch bei wochenlanger Trockenheit den nährstoffarmen  und „sauren“ Hochmoortorf durch einen Sogeffekt  feucht hält. Der Niederschlag eines Jahres reicht normalerweise aus, um ein solches  Moor im Kleinformat  über Jahre als Lebensraum zu erhalten. Die beiden Teiche bieten ganzjährig die Möglichkeit, Kleinlebewesen mit einem Planktonnetz zu keschern, um sie mikroskopisch zu untersuchen.

Von dieser Möglichkeit wurde 2014 regelmäßig im Bio-Fachunterricht, in der Bio-AG und im Wahlpflichtkurs Gebrauch gemacht. Besonders interessant war dabei das in den warmen Monaten zu beobachtende Massenvorkommen der interessanten Kugelalge Volvox. In diesem Bereich können auch viele wasserlebende Kleintiere (Rückenschwimmer, Wasserläufer, Blutegel …) beobachtet  werden.

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Wasserläufer

4. Kräuterbeet

Neben  dem Wasserbereich entsteht ein  etwa  20 m2 großes Kräuterbeet, das mit  Basaltquadersteinen  eingeteilt wurde. Auf den so  entstandenen Teilflächen wachsen bereits Minze, Estragon, Thymian und viele weitere Kräuter- und Gewürzpflanzen.

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Eine Abdeckung der Oberfläche mit von der Stadt zur Verfügung gestelltem  Rindenmulch soll  in diesem Bereich das Aufkommen von Wildkräutern weitgehend verhindern bzw. eine Bearbeitung der Flächen vereinfachen. Beim Verarbeiten des Rindenmulches entdeckten Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses Biologie mehr als 20 große Nashornkäferlarven, die an geschützter Stelle wieder mit Mulch bedeckt wurden, um die Verpuppung zu einem der größten und geschützten europäischen Käfer zu ermöglichen.

Dieses Beet kann z.B. im Hauswirtschaftsunterricht für Bestimmungsübungen,  sensorische Untersuchungen  und für die  Zubereitung von Speisen und Getränken genutzt werden.

5. Steinbeet

Durch eine Reihe von Natursteinen, die mit Mörtel auf die Mauerkante gesetzt wurden, ist am Eingang zum Fahrradkeller ein kleines Stein– und  Sukkulentenbeet  entstanden,  in dem  durch eine Kiesdrainageschicht und die geringe und nährstoffarme  Substratauflage Pflanzen  wachsen können, die besonders an solche  Lebensräume angepasst sind.

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Einige Sedum- und Steinbrecharten sowie Hauswurzformen zeigen Überlebensstrategien für solche heißen und trockenen Standorte.

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Spinnwebhauswurz in Lochgestein

Text und Fotos: B. Rasche 1/2015